Archiv der Kategorie: Musikschule international

Gemeinsam etwas bewegen!

Was für ein vielversprechender Titel für ein Benefizkonzert, mit dem notleidenden Kindern in Syrien geholfen werden soll.

Die Vorbereitung begann mit den Organisationstreffen eines Bündnisses, dessen Teilnehmer die soziale und religiöse Vielfalt Hürths widerspiegeln. Eingeladen von Musikschulleiter Ruddi Sodemann trafen sich in den Räumen der Josef Metternich Musikschule Vertreter der „Brücke der Kulturen e.V.“, des Verbandes ZMO Hürth, der evangelischen Kirchengemeinde Hürth, des katholischen Pfarrbüros, des Moschee-Vereins Hürth, des Integrationsrates der Stadt Hürth, des Alevitischen Kulturzentrums der Stadt Hürth und schließlich des Netzwerkes „Buntes Hürth“ für Flüchtlinge, Migranten und Bedürftige.

Sie alle wollten ein gemeinsames Zeichen setzen und zur Hilfsbereitschaft für die jungen Leidtragenden des schrecklichen Konfliktes in Syrien aufrufen.

Der Hürther Bürgermeister Dirk Breuer erklärte sich sofort bereit die Schirmherrschaft des Konzertes zu übernehmen.

Auch war schnell klar, dass alle Spenden des Abends dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF zukommen sollten.

Es wurde ein ganz besonderer Abend, dieser 6. Mai 2017 im Bürgerhaus von Hürth!

Nach einem sehr ergreifenden Film über die so oft tragisch endende Flucht vieler Flüchtlinge über das Mittelmeer leitete das JugendSinfonieOrchester der Musikschule den musikalischen Teil des Abends ein.

Es folgte die Begrüßung durch den Schirmherrn Dirk Breuer.

Der Jekiss Chor der Carl-Orff-Grundschule sang „Wir sind die Kinder der Welt“ und forderte auch durch sein Lied „Aufstehn, aufeinander zugeh´n“ auf sich einander zuzuwenden.

Die Organisatoren hatten ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Es spielten das Gitarrenensemble der Musikschule.

Dann folgte der Hürther Gitarrist Marius Peters mit seinem Duo-Partner Sebastian Pachel an der Panflöte, die BigBand der Musikschule und das West Ost Diwan Ensemble. Es wurden Bilder der herrlichen Landschaft Syriens gezeigt, der syrische Pianist Nouri Aibash stellte eine Eigenkomposition mit westlichen und arabischen Klängen vor.

Sein Landsmann Abdulhakem Kalaf, der auch Produzent des einleitenden Filmes war, spielte mit seinem Geigenlehrer Ruddi Sodemann Duos des ungarischen Komponisten Bela Bartok.

Bewegender Abschluss des Konzertes war der Auftritt des Flüchtlingschors „Gemeinsam singen“, der gemeinsam mit dem JugendSinfonieOrchester das „ Kölsche Stammbaum Lied“ der Bläck Fööss anstimmte und ein anrührendes Schlussbild für alle Zuhörer auf die Bühne zauberte.

Vor, während und nach dem Konzert konnten sich die Gäste an einem köstlichen Buffet laben, das der Moschee-Verein Hürth und das Alevitische Kulturzentrum im Foyer des Bürgerhauses bereitgestellt hatten.

Der Erlös des Buffets und der Inhalt der bereitgestellten Boxen und Sammelbüchsen brachte eine Spendensumme von fast 3000 € zusammen. Was für ein tolles Ergebnis eines so schönen Konzertes!

Dieses Geld wird einem Programm von UNICEF Syrien zur Verfügung gestellt, in dem Flüchtlingskinder in der Nähe von Damaskus durch Musik und Kunstprojekte eine Stück Normalität erfahren können. Ende diesen Jahres sollen einige der Kinder und Jugendlichen an Konzerten in Damaskus und Aleppo teilnehmen.

 

 

Wir wollen helfen!
Helft mit!

Benefiz-Konzert für die Opfer der Waldbrände in Chile

Chile brennt! Die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes haben seit Januar 388 000 Hektar Land zerstört. Das entspricht mehr als neun Mal der Fläche Kölns! Elf Menschen sind in den Flammen ums Leben gekommen; 4000 Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und sind obdachlos geworden. Ganze Dörfer, Wälder und Ackerflächen sind niedergebrannt.

Wir wollen helfen! Helft mit!
              Benefiz-Konzert für die Opfer der Waldbrände in Chile

Ort:         Clubbahnhof Ehrenfeld, Bartholomäus-Schink-Str. 65-67, Köln

Zeit:       5.3.2017        ab 12 Uhr – open End

Eintritt: € 5,- (Kinder bis 12 Jahre frei)

Das JugendSinfonieOrchester der Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth war 2015 in Chile und will auch dieses Jahr im Herbst das Land besuchen. Wir sind selbstverständlich mit dabei, wenn es darum geht zu helfen! Wir eröffnen das Konzert im CBE am frühen Nachmittag mit Teilen aus unserem aktuellen Programm.
Kommt zum Chile-Tag im Club Bahnhof Ehrenfeld: Mit live-Musik, chilenischen Spezialitäten wie empanadas, pastel de choclo, etc. Alle Bands und Orchester spielen kostenlos. Der Gesamterlös aus dem Eintritt und dem Verkauf der Speisen gehen an die Opfer der Waldbrände. Eure Hilfe kommt an.

Viel Prominenz beim musikalischen Jahresauftakt der Josef-Metternich-Musikschule in Hürth

Hoher Besuch war zum traditionellen Neujahrsempfang der städtischen Hürther Musikschule am 22.1. gekommen, um die herausragende Arbeit des Teams um Ruddi Sodemann zu würdigen: Herr Dr. Kippels mit Frau, MdB, Frau Dmoch-Schweren, MdL, Herr Dr. Ahrens-Salzsieder, Kämmerer, Herr Reiners, stellv. Bürgermeister, Herr Hikmet Armag, Vizekonsul der Türkischen Republik, Herr Ali Ünal, Vors. des Moschee-Vereins Hürth, Herr Metin, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt, Frau Lemmer, Stadträtin, und viele mehr.

Zunächst spielte das West-Ost-Diwan-Ensemble (Bild oben) in deutsch-türkischer Besetzung klassische Stücke der türkischen Musiktradition und bekräftigte einmal mehr den Anspruch der Musikschule, nicht nur qualitativ höchste Qualität bei den Darbietungen der Musikerinnen und Musiker zu stellen, sondern auch multikulturell und integrativ zu wirken.

Ruddi Sodemann, der Leiter der Josef-Metternich-Musikschule, berichtete im zweiten Teil der Veranstaltung von den vielfältigen Projekten, Konzerten und Arbeiten im vergangenen Jahr und stellte das Programm für 2017 vor. Mehr als 1300 Schüler werden regelmäßig auf 25 Instrumenten oder im Gesang von 34 Musikschullehrern unterrichtet, oder spielen gemeinsam in 16 verschiedenen Ensembles.
„Die Musikschule führt Menschen zusammen“  ist das Leitbild der Josef Metternich-Musikschule, und das gilt vor allem für die vielen musikalischen Integrationsprojekte und für die vielen Kooperationen an den Hürther Schulen und Kindertagesstätten.

Jürgen Weyer vom Förderverein der Musikschule hob hervor, dass in der heutigen Zeit, in der die Medien voll sind von Themen wie Brexit, Donald Trump, Terror, Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen und Minderheiten, Mauern bauen, Nationalismen, Egoismen, Grenzen verstärken, u.s.w.,  in der Josef-Metternich-Musikschule ganz andere Werte vermittelt und gelebt werden, z.B. Gemeinsamkeit, miteinander musizieren, Integration, multikulturell, Würde, Achtung des Anderen, Freunde, Solidarität, Freude an der Musik und Kultur, etc.
Die Musikschule bei ihrem Wirken zu unterstützen durch Spenden sammeln, Benefiz-Konzerte, Kauf von Musikinstrumenten, Unterstützung verschiedenster Projekte, ist das Hauptanliegen des Fördervereins.
Den Abschluss bildete der Auftritt der Big Band mit einer großartigen Vorstellung.Jürgen Weyer
Förderverein der Josef-Metternich-Musikschule

Links: www.musikschule.huerth.de

Sonntag, 29.1.17 12 Uhr Werkstatt-Präsentation in der GHS Kendenich

Heymat – gemeinsam in Hürth, ist ein Musiktheaterprojekt der Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth zusammen mit der Gemeinschaftshauptschule Kendenich mit ihrem Kooperationspartner KJA – katholische Jugendagentur, dem Jugendzentrum der Stadt Hürth und dem Förderverein der Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth e.V.

Heimische und Dazugekommene, Geflohene aus unmenschlichen Bedingungen, Glückliche und die, die das Glück suchen, Mehrsprachige und Sprachlose, Jugendliche und Kinder, Menschen, die das Leben noch vor sich haben und welche, die es fast verloren hatten, sie alle leben jetzt in Hürth. Sie gestalten gemeinsam ein Musiktheaterprojekt auf der Suche nach ihrer Heimat.

Alle, die an dem Projekt teilnehmen, sind Schüler und Schülerinnen der Gemeinschaftshauptschule Kendenich. Es ist ein großes Anliegen der Schule, dass die besonders Hilfsbedürftigen fachkundige Unterstützung, kreative Förderung und soziale Anerkennung bekommen. Deshalb wird das künstlerische Projekt „Heymat“ vor allem den Flüchtlingskindern der Sprachfördergruppen und den Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf in der Offenen Ganztagsbetreuung angeboten. Die Vorteile, die die Hauptschule Hürth – Kendenich so einem großartigen Projekt bietet, bestehen in ihrer Handfestigkeit und ihrer Praxisorientierung sowie ihrer Erfahrung im Umgang mit der hohen Multikulturalität, die dafür sorgt, dass die integrative und die soziale Kompetenz der einzelnen Schülerinnen und Schüler gestärkt wird. Dies ist ein wichtiges Ziel des Projektes. Durch Maßnahmen wie die Einbindung des Projektes in den Unterricht einer Sprachfördergruppe, der mehrere Jahrgänge umfasst, erleben die Schülerinnen und Schüler einen stark projekt- und praxisorientiertem Unterricht und ein individuelles und erfolgreiches Lernen. Kommendes Wochenende endet das Projekt #Heymat.

Wir laden Sie herzlich ein,am Sonntag den 29.01.2017 um 12 Uhr in die Aula der Gemeinschafts-Hauptschule zur unserer Werkstatt-Präsentation zu kommen. Hürth-Kendenich, Steinackerstr. 6

Eintritt frei

 

Sehen und hören Sie die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Können, mit neuen Fähigkeiten, in ganz neuen Umgebungen und Beziehungen.

 

Heymat – gemeinsam in Hürth -Ein Musiktheaterprojekt der Josef Metternich Musikschule

Heymat – gemeinsam in Hürth

Ein Musiktheaterprojekt der Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth zusammen mit der Gemeinschaftshauptschule Kendenich mit ihrem Kooperationspartner KJA – katholische Jugendagentur , dem Jugendzentrum der Stadt Hürth, dem Bürgerhaus der Stadt Hürth    und dem Förderverein der Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth e.V.

Was ist Heimat?

Wer hat sie verloren, wer sucht sie, wer hat sie, wie finden wir eine gemeinsame?

Heimische und Dazugekommene, Geflohene aus unmenschlichen Bedingungen, Glückliche und die, die das Glück suchen, Mehrsprachige und Sprachlose, Jugendliche und Kinder, Menschen, die das Leben noch vor sich haben und welche, die es fast verloren hatten. Sie alle leben jetzt in Hürth. Sie gestalten gemeinsam ein Musiktheaterprojekt auf der Suche nach ihrer Heimat.

Alle, die an dem Projekt teilnehmen, sind Schüler und Schülerinnen der Gemeinschaftshauptschule Kendenich. Es ist ein großes Anliegen der Schule, dass die besonders Hilfsbedürftigen fachkundige Unterstützung, kreative Förderung und soziale Anerkennung bekommen. Deshalb wird das künstlerische Projekt „Heimat“ vor allem den Flüchtlingskindern der Sprachfördergruppen und den Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf in der Offenen Ganztagsbetreuung angeboten. Die Vorteile, die die Hauptschule Hürth – Kendenich so einem großartigen Projekt bietet, bestehen in ihrer Handfestigkeit und ihrer Praxisorientierung sowie ihrer Erfahrung im Umgang mit der hohen Multikulturalität, die dafür sorgt, dass die integrative und die soziale Kompetenz der einzelnen Schülerinnen und Schüler gestärkt wird. Dies ist ja auch ein wichtiges Ziel des Projektes.  Durch Maßnahmen wie die Einbindung des Projektes in den Unterricht einer Sprachfördergruppe, der mehrere Jahrgänge umfasst, erleben die Schülerinnen und Schüler einen stark projekt- und praxisorientiertem Unterricht und ein individuelles und erfolgreiches Lernen.

Das Projekt bringt 40 heimische und dazugekommene Jugendliche aus Hürth zusammen, stärkt und ermutigt sie, ihre Geschichten zu formulieren und künstlerisch auszudrücken. Das Projekt fördert das gegenseitige Kennenlernen, das künstlerische Gestalten, nimmt ihre Ausdrucksmöglichkeiten auf und entwickelt sie weiter. Gibt ihnen Instrumente in die Hand, fördert ihre bisherige und neue Sprache, und lässt ihre Körper das ausdrücken, was die Sprache noch nicht zu äußern vermag.

Fünf PädagogInnen aus den Bereichen Tanz, Musik, Theater und Film, seit Jahren mit viel Erfahrungen aus gemeinsamen Projekten, koordinieren, animieren die Suche, geben Impulse und Hilfestellung. Lassen den Jugendlichen von 11 bis 18 Jahren Raum und Zeit, um auszudrücken, was an Eindrücken in ihnen steckt. Und am Ende stellen sie ihr Stück auf die Bühne, gelebte Wirklichkeit ihrer Geschichten, vereint in gemeinsamen Leben in Hürth.

Die Musik- und Tanzgruppe des Projekts
Die Musik- und Tanzgruppe des Projekts

Das Projekt läuft in der Zeit vom 16. September bis Ende Dezember 2016 und endet mit zwei Aufführungen: die Premiere auf der Theaterbühne der Gemeinschaftshauptschule Kendenich und die zweite auf der großen Bühne des Bürgerhauses in Hürth.

Schulfest der Josef-Metternich-Musikschule

Am Sonntag, den 19. Juni hat die Josef Metternich Musikschule ihr diesjähriges Musikschulfest gefeiert. In diesem Jahr war es der Höhepunkt der Chilenisch-Deutschen Tage der Musik 2016, die mit dem Besuch des „Orquesta Sinfónica de Cabildo“ aus Chile und mit zahlreichen Aktivitäten wie Konzerten und Workshops einhergingen. Über 6 Stunden Musik der verschiedensten Richtungen wurden den Besuchern dieses internationalen Festes geboten.

Der Jekiss-Chor, das Jugendsinfonieorchester mit seinen chilenischen Gästen, die BigBand der Musikschule, viele kleinere Gruppierungen wie z. B. der junge Singersongwriter Francesco Toscano, ein neues Veehharfen-Ensemble, ein Klarinetten-Trio, Gitarrenensemble, Blockflötenensemble und schließlich auch das Musical “Kunterbunt“, das in Zusammenarbeit mit der Bodelschwingh-Grundschule entstand, waren nur einige der Punkte des vielseitigen Musikprogramms. Zum Schluss bot die neu gegründete Samba-Gruppe einen schwungvollen Abschluss der Darbietungen.

Die Besucher der Veranstaltung genossen den endlich regenfreien Tag mit Kaffee, Kuchen, Würstchen und kühlen Getränken. Auch Bürgermeister Dirk Breuer sowie etliche weitere Repräsentanten des Hürther Lebens mischten sich unter die Gäste und genossen sichtlich den schönen Nachmittag mit viel Musik.

 

 

 

Joaquín Muñoz und das «Duo David Riter & José Díaz de León» spielen im Jazzkeller Hürth.

Schwindelerregendes Tempo und unbändige Energie

Joaquín Muñoz und das «Duo David Riter & José Díaz de León» spielen im Jazzkeller Hürth.

Für ein Sonderkonzert der Musikschule Hürth öffnete der Jazzkeller auf der Hermülheimer Straße am Donnerstag seine Pforten. Der 23-jährige Akkordeon-Virtuose Joaquín Muñoz aus Chile traf auf Initiative des Jazzclubs Hürth auf das Gypsy-Swing-Gitarren-Duo von David Riter und José Díaz de León. Trotz des anstehenden Fußballspiels Deutschland gegen Polen war der gemütliche Jazzkeller gut besucht.

Die erste Hälfte des Abends gestaltete Muñoz, der Folklore, U-Musik, E-Musik, Zeitgenössisches und Experimentelles interpretiert, allein. Muñoz lud das Publikum zu einer Reise ein, die ihn mit «Schwarze Augen» von Russland über Rhythmen Brasiliens bis hin nach Frankreich führten. In einem seligen Taumel irrwitziger Geschwindigkeit ließ er immer wieder Einflüsse gallischer Musette-Walzer aufscheinen, die der Komposition studierende Muñoz mit interessanten Harmonien und Klangclustern aufraute. Feinste Abstufungen und Klangfarben schienen bei diversen südamerikanischen Weisen aus dem Moment heraus zu entstehen. Eigens für den Jazzclub debütierte Muñoz auch als Jazzsolist und machte danach mit der effektvollen Komponiersprache seines Vaters Franklin Muñoz bekannt. Für die große Fantasie, Eigenständigkeit und unbekümmerte Experimentierlust des Chilenen stand nicht zuletzt seine Interpretation von Astor Piazzollas Stück «Libertango», das Muñoz in einer sehr eigenen Fassung durch Schnipsen, Klopfen und Pfeifen klanglich erweiterte.

Nach der Pause traf Muñoz auf den 17-jährigen David Riter, der zusammen mit seinem Lehrer José Díaz das «Duo David Riter & José Díaz de León» bildet. Der junge Gitarrist, der seit dem zwölften Lebensjahr von seinem Onkel und seinem Cousin in der Tradition des Sinti-Swings ausgebildet wird, ist ein Bewunderer Joscho Stephans, der ebenfalls als 17-Jähriger erstmals im Jazzkeller auf der Bühne saß. Kaum zu glauben, dass die Künstler im Vorfeld des Konzerts nur einmal geprobt hatten, denn die beiden Jungmusiker warfen sich im Laufe der Konzerthälfte immer wieder souverän die musikalischen Bälle zu und interagierten ausgesprochen harmonisch miteinander. Während Riter mit schwindelerregendem Tempo und unbändiger Energie durch die Akkorde rauschte, nahm Muñoz den Swing der Gitarristen auf und spielte mal solistisch, mal im Zusammenklang mit Díaz, der souverän für das rhythmische Fundament sorgte. Zur Einleitung hatte Díaz darauf hingewiesen, dass das Akkordeon ein wichtiges Instrument im Gypsy Swing sei. Zusammen zeigten die Musiker mit ihrer Stückauswahl, wie viel der Jazz den Musiktraditionen Südamerikas verdankt und wie bereichernd ein Zusammentreffen von Kulturen sein kann. Natürlich spielte Django Reinhardt, Altvater und Meister des Gypsy Swings, mit Kompositionen wie «Minor Blues» und «Minor Swing» eine Hauptrolle im Programm. Und zum Abschluss bewies Muñoz sogar seine Qualitäten als Sänger.

Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth, zeigte sich genauso begeistert wie das Publikum und erinnerte daran, dass dieses Konzert ohne Ruddi Sodemann, Leiter der Musikschule Josef Metternich, nie zustande gekommen wäre. Auf seine Initiative hin gebe es seit 2010 einen intensiven Austausch der Musikschulen der chilenischen Städte Petorca und Cabildo mit Hürth. Im Rahmen der Chilenisch-Deutschen Tage der Musik 2016 gastierte das chilenische Partnerorchester der Musikschule Hürth, in dem Joaquín Muñoz Akkordeon spielt, im Rhein-Erft-Kreis und gab verschiedene Konzerte. In diesem Rahmen kam auch das Konzert auf Einladung des Jazzclubs zustande. „Ich danke ausdrücklich Ruddi Sodemann, der sich unermüdlich für die Kultur und die Musik in Hürth einsetzt, für dieses Projekt“, betonte Reiners nach dem Konzert. „Natürlich danke ich auch den hervorragenden Musikern, die spontan und ohne große Vorbereitung ein tolles Programm auf die Beine gestellt haben. Wir vom Jazzclub hoffen sehr, dass Joaquín Muñoz im nächsten Jahr wieder mit den chilenischen Musikern anreisen wird und versprechen für diesen Fall natürlich eine Fortsetzung des spannenden Projekts von Joaquín und dem «Duo David Riter & José Díaz de León»!“

 

„Musterbeispiel für das Vermitteln von Sprache“

Der Hürther Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» gestaltet das Kulturprogramm des 7. Integrationskongresses NRW in Solingen

Zum 7. Integrationskongress NRW, der am 7. April in Solingen unter dem Motto «Ankommen in Nordrhein-Westfalen» stattfand, wurde der Hürther Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» als kulturelles Rahmenprogramm eingeladen. Das Hürther Integrationsprojekt entstand vor einem Jahr in Kooperation zwischen dem Verein «Hürther Brücke der Kulturen e.V.» und der Josef-Metternich-Musikschule der Stadt Hürth. Ehrenamtliche Helfer der «Brücke der Kulturen» wandten sich damals an den Leiter der Musikschule Ruddi Sodemann mit der Bitte um Bereitstellung von Räumen für den Deutschunterricht von Flüchtlingen. Sodemann ging sofort auf das Anliegen ein und stellte nur eine Bedingung: Aus der Überzeugung heraus, dass Musik ein ideales Medium zum Erlernen von Sprache ist, forderte er, dass die Flüchtlinge an einem Chorprojekt teilnehmen sollten.

Den enormen Erfolg, den diese Idee in den folgenden Monaten erreichte, konnte der Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» bei der Eröffnung des Programms des Integrationskongresses im Theater und Kongresshaus Solingen vor prominentem Publikum unter Beweis stellen. In einer kurzen Vorstellungsrunde begrüßten die Flüchtlinge aus so verschiedenen Ländern wie Syrien, Pakistan, Albanien oder dem Irak am Mikrofon die Gäste und zeigten ihre beeindruckenden Fortschritte in der Beherrschung der deutschen Sprache.

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 Zusammen mit dem von Sodemann dirigierten West-Ost Diwan Ensemble der Josef-Metternich-Musikschule der Stadt Hürth führte der Chor unter der Leitung von Dorothea Rauscher-Corazolla musikalisch in das Programm ein. Der Chor bezog sich in einem ersten Lied auf den nahenden Frühling und interpretierte mit dem Schlager-Klassiker «Über sieben Brücken musst du gehen» Musik aus der neuen Heimat der Geflüchteten.

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Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements gewürdigt

„Was für eine glückliche Stadt, die solche Bewohner hat“, meinte Moderatorin Aslı Sevindim im Anschluss anerkennend in Bezug auf die engagierten Hürtherinnen und Hürther, die das Projekt Flüchtlingschor möglich gemacht haben. Auch Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen, würdigte in seinem einführenden Redebeitrag die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Bewältigung der Aufgaben, die sich durch die Flüchtlingssituation in Nordrhein-Westfalen stellen.

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Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, ging umso direkter auf den Erfolg des Projekts Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» ein und lobte das gelungene Projekt als Musterbeispiel für das Vermitteln von Sprache.

„Für unseren Verein «Hürther Brücke der Kulturen e.V.» und den Flüchtlingschor war dieser Auftritt beim Integrationskongress ein riesiger Erfolg und eine Bestätigung dafür, dass wir mit unserem Engagement auf dem richtigen Weg sind. Gemeinsames Lernen und gemeinsames Singen verbindet, macht Freude und überwindet alle Unterschiede. Es ist gut, wenn unsere Arbeit auch von höchster Stelle anerkannt wird“, freute sich Dorothea Rauscher-Corazolla, Leiterin des Chores, im Anschluss an das Konzert.

Chile in unserem Herzen –Neujahrskonzert der Josef-Metternich Musikschule

Statt des alljährlichen Neujahrsempfangs gab es dieses Jahr am 17.1.16 in der Aula der Dr.-Kürten-Schule ein Konzert, das ganz unter dem Einfluss des Musikaustauschs mit Chile stand. Die jungen Musiker des JugendSinfonieOrchesters und des West-Ost-Diwan-Ensembles spielten das Programm, das sie im Oktober 2015 in Chile präsentiert hatten und das dort auf große Begeisterung gestoßen war.- Die ganz Bandbreite.

Es begann mit „Pomp and Circumstances“ von Elgar, ging über Haydn und Purcel bis zu chilenischen und türkischen Kompositionen.

In der Pause gab es chilenische Speisen und Getränke und es wurden Bilder und Videos von der Reise gezeigt.

Danach wurde vor allem chilenische Musik gespielt. Die jungen Musiker zeigten unter der Leitung ihrer Dozenten großartige Leistungen. Das Publikum war begeistert und stolz auf die Botschafter unserer Stadt.

Unser JugendSinfonieOrchester hat in Chile so überzeugt, dass es wieder eine Einladung für 2017 nach Chile gibt.