„Musterbeispiel für das Vermitteln von Sprache“

Der Hürther Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» gestaltet das Kulturprogramm des 7. Integrationskongresses NRW in Solingen

Zum 7. Integrationskongress NRW, der am 7. April in Solingen unter dem Motto «Ankommen in Nordrhein-Westfalen» stattfand, wurde der Hürther Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» als kulturelles Rahmenprogramm eingeladen. Das Hürther Integrationsprojekt entstand vor einem Jahr in Kooperation zwischen dem Verein «Hürther Brücke der Kulturen e.V.» und der Josef-Metternich-Musikschule der Stadt Hürth. Ehrenamtliche Helfer der «Brücke der Kulturen» wandten sich damals an den Leiter der Musikschule Ruddi Sodemann mit der Bitte um Bereitstellung von Räumen für den Deutschunterricht von Flüchtlingen. Sodemann ging sofort auf das Anliegen ein und stellte nur eine Bedingung: Aus der Überzeugung heraus, dass Musik ein ideales Medium zum Erlernen von Sprache ist, forderte er, dass die Flüchtlinge an einem Chorprojekt teilnehmen sollten.

Den enormen Erfolg, den diese Idee in den folgenden Monaten erreichte, konnte der Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» bei der Eröffnung des Programms des Integrationskongresses im Theater und Kongresshaus Solingen vor prominentem Publikum unter Beweis stellen. In einer kurzen Vorstellungsrunde begrüßten die Flüchtlinge aus so verschiedenen Ländern wie Syrien, Pakistan, Albanien oder dem Irak am Mikrofon die Gäste und zeigten ihre beeindruckenden Fortschritte in der Beherrschung der deutschen Sprache.

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 Zusammen mit dem von Sodemann dirigierten West-Ost Diwan Ensemble der Josef-Metternich-Musikschule der Stadt Hürth führte der Chor unter der Leitung von Dorothea Rauscher-Corazolla musikalisch in das Programm ein. Der Chor bezog sich in einem ersten Lied auf den nahenden Frühling und interpretierte mit dem Schlager-Klassiker «Über sieben Brücken musst du gehen» Musik aus der neuen Heimat der Geflüchteten.

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Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements gewürdigt

„Was für eine glückliche Stadt, die solche Bewohner hat“, meinte Moderatorin Aslı Sevindim im Anschluss anerkennend in Bezug auf die engagierten Hürtherinnen und Hürther, die das Projekt Flüchtlingschor möglich gemacht haben. Auch Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen, würdigte in seinem einführenden Redebeitrag die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Bewältigung der Aufgaben, die sich durch die Flüchtlingssituation in Nordrhein-Westfalen stellen.

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Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, ging umso direkter auf den Erfolg des Projekts Flüchtlingschor «Gemeinsam Singen» ein und lobte das gelungene Projekt als Musterbeispiel für das Vermitteln von Sprache.

„Für unseren Verein «Hürther Brücke der Kulturen e.V.» und den Flüchtlingschor war dieser Auftritt beim Integrationskongress ein riesiger Erfolg und eine Bestätigung dafür, dass wir mit unserem Engagement auf dem richtigen Weg sind. Gemeinsames Lernen und gemeinsames Singen verbindet, macht Freude und überwindet alle Unterschiede. Es ist gut, wenn unsere Arbeit auch von höchster Stelle anerkannt wird“, freute sich Dorothea Rauscher-Corazolla, Leiterin des Chores, im Anschluss an das Konzert.

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